Religion

 

Der Re­li­gi­ons­un­ter­richt ist gemäß des Ham­burger Bil­dungs­plans in­ter­re­li­giös aus­ge­legt.

Der Hamburger Religionsunterricht wendet sich an alle Schülerinnen und Schüler, ganz unabhängig von ihren jeweiligen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen. Er bietet somit allen Kindern und Jugendlichen, Möglichkeiten, Neues zu erfahren; auch denen, die keinen ausgeprägt religiösen Hintergrund haben bzw. sich in Distanz oder Widerspruch zu jeglicher Form von Religion verstehen.

Im Religionsunterricht beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Fragen nach Glaube und Gott, nach dem Sinn des Lebens, nach Liebe und Wahrheit, nach Gerechtigkeit und Frieden, nach Kriterien und Normen für verantwortliches Handeln und setzen sich mit den verschiedenen religiösen, weltanschaulichen und politischen Überzeugungen, die unser heutiges Leben beeinflussen, auseinander. Dabei geht es im Wesentlichen um vier Themenkreise, die sich in den einzelnen Jahrgangsstufen der Sekundarstufe I wiederholen und vertiefen:

  • Fragen nach der Schöpfung und Weltentstehung und nach der Verantwortung für den Fortbestand unserer Welt,
  • Fragen nach Frieden, Gerechtigkeit und Hoffnung angesichts von Leid, Armut und Ungerechtigkeit,
  • Fragen nach anderen Kulturen und Religionen, nach ihren Besonderheiten und Gemeinsamkeiten, nach dem Verbindenden und dem Trennenden,
  • Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach Gott, Transzendenz und Heiligem.

Jahrgang 5/6 (jeweils zweistündig)

In dieser Altersstufe lernen die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel die drei großen monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam kennen, erkunden die kulturelle Vielfalt in Hamburg, lesen Geschichten vom Anfang der Welt aus verschiedenen Kulturen, beschäftigen sich mit unterschiedlichen Vorstellungen von Gott, denken über Spielregeln des Lebens nach und beschäftigen sich mit den unterschiedlichen Lebensbedingungen, die Kinder in der Welt haben.

Jahrgang 7 (zweistündig)

Im Jahrgang 7 haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zwischen Religion und Philosophie zu wählen.

Die Schülerinnen und Schüler fragen sich in diesem Jahr zum Beispiel, wer ihre Idole und Vorbilder sind, ob Menschen Vorbilder benötigen und welche Vorbilder es in den Religionen gibt. Zudem beschäftigen sie sich mit Propheten: Wo kommen prophetische Figuren heutzutage vor (z. B. Fantasy-Literatur, Filme, Computerspiele) und wie werden sie dargestellt? Was ist das besondere an religiösen Propheten? Was kritisieren Propheten an den jeweils bestehenden Verhältnissen? Haben die Propheten uns heute noch etwas zu sagen? Und sie lernen unterschiedliche Religionsgemeinschaften und religiöse Organisationen in Hamburg kennen.

Jahrgang 9/10 (jeweils zweistündig)

Auch in den Jahrgängen 9 und 10 haben die Schülerinnen und Schüler jeweils die Möglichkeit zwischen Religion und Philosophie zu wählen.

Vertieft werden zum Beispiel die Kenntnisse zum Judentum, Christentum und Islam; hinzu kommt die Beschäftigung mit dem Buddhismus. Passend zum Alter der Schülerinnen und Schüler werden Fragen der persönlichen Lebensgestaltung wichtig wie die nach Liebe und Partnerschaft, der eigenen Identität oder auch dem Umgang mit Sterben und Tod.

Studienstufe

Hier findet sich das Fach Religion zweistündig im Wahlbereich wieder. Der zentrale Bildungsplan legt die Inhalte fest, indem er sechs Themenbereiche vorgibt:

Der Themenbereich Religion, Religionen und interreligiöse Begegnung bedenkt den Wahrheitsanspruch von Religionen und die Möglichkeit zum Dialog zwischen den Religion, der Themenbereich Glaube und Wissenschaft beschäftigt sich mit dem Wirklichkeitsverständnis von Wissenschaften und dem von Glaube und Mythos. Im Themenbereich Gott und Transzendenz werden unterschiedliche Gottesvorstellungen sowie Zweifel und Kritik an Religion behandelt, im Themenbereich Jesus – Christus wird unterschieden zwischen dem historischen und dem geglaubten Jesus und die Botschaft Jesu und ihre mögliche Bedeutung für die Gegenwart werden erarbeitet. Der Themenbereich Mensch und Menschenbild beschäftigt sich mit Sichtweisen auf den Menschen in den Religionen, in der Philosophie bzw. der Sozial- und Naturwissenschaft. Der Themenbereich Freiheit und Verantwortung fragt nach den Grundlagen jüdischer und christlicher Ethik und nach ethischen Grundhaltungen mindestens einer anderen Religion oder neuzeitlichen ethischen Position.

Der Unterricht muss so geplant werden, dass im Rahmen der Semesterthemen die Themenbereiche »Gott und Transzendenz« und »Jesus – Christus« sowie zwei weitere der sechs Themenbereiche bis zum Abschluss der Studienstufe bearbeitet worden sind.

Die Schülerinnen und Schüler haben grundsätzlich die Möglichkeit, das Fach Religion als drittes (zentrale Klausur) bzw. viertes Prüfungsfach im Rahmen des Abiturs zu wählen.