Geschichte der Schule

 

Die 60er Jahre, Grundsteinlegung

Hamburg stampfte in den 60/70er Jahren gleich reihenweise Gymnasien aus dem Boden – so auch in Lurup. Grundsteinlegung am 26.06.1969Folglich ist der Start des Gymnasiums Rispenweg – so damals der offizielle Name – auch ziemlich unspektulär: Herr Karl-Heinz-Wiechers wurde am 28.1.1969 mit einem Schreiben der Schulbehörde beauftragt, das Gymnasium im Aufbau zu leiten, vorläufig noch als Zweigstelle des Ernst-Schlee-Gymnasiums in Othmarschen. Am 9.4. 1969 begann für etwa 170 SchülerInnen in den Klassen 5 und 6 in Pavillons und Gebäuden der Schule Langbargheide der Unterricht. Die offizielle Grundsteinlegung fand dann am 26.6.1969 statt, zugleich auch die Einweihung der drei heute so genannten ‚Einzelhäuser’ Haus 1-3. Der Rest des riesigen Geländes lag damals brach. Es folgten dann mehrere Baumaßnahmen, da die Schule schnell wuchs: 1972 konnte bereits der Doppel-H-Trakt bezogen werden, 1974 die ‚Kleine Turnhalle’ und der ‚Fachtrakt’ und 1976 war dann auch der Verwaltungstrakt mit Pausenhalle und Musikräumen und der Hausmeisterwohnung fertig.

Die 70er Jahre

1975 gab es dann auch die ersten SchülerInnen in der gymnasialen Oberstufe. Die allererste UnterrichtsstundeEine Reihe von Schwerpunkten bildete sich damals heraus, die zum Teil bis heute nachwirken: Die Schule war eine der wenigen in Hamburg, die einen Leistungskurs Sport anboten, Herr Bünz gründete damals den ersten Chor, einige Gitarrengruppen wurden von Herrn Schrieber ins Leben gerufen und auch der Beginn des Schulorchesters fällt in diese Aufbauzeit. Auch die ersten Auslandskontakte wurden damals grundgelegt, so nach England unter der Leitung von Herrn Gefromm und Frau Rakers bzw. nach Orleans in Frankreich unter tatkräftiger Unterstützung von Herrn Gruhn – beide Programme begannen in den Jahren 1977/78.

Im Jahre 1975 startete dann auch das Theaterprogramm, angeschoben durch Herrn Gefromm und Herrn Bünz, das bis heute als Fach ‚Darstellendes Spiel’ eine große Bedeutung an der Schule hat. 1978 ist auch der Startschuss für die Mütterkantine, die heute als Café Goethe aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken ist, haben die vielen Ehrenamtlichen doch bis heute geschätzt mindestens 5 Millionen Brötchenhälften zum Selbstkostenpreis für die hungrigen Kids geschmiert. Ende der 70er Jahre erhält die Schule auch eine Außensportanlage und 1980 dann auch die große Dreifeldhalle.

Die 80er Jahre

Die Schülerzahl wächst und wächst, auch gerade durch Kinder aus Schleswig-Holstein steigt die Schülerzahl 1979 auf 1180. Die ersten Computer halten 1981 Einzug in den Unterricht, eine hamburgweit Aufsehen erregende Mittelstufenreform mit vielen praxisnahen Kursen wird unter der Leitung von Herrn Glindemann eingeführt. Die Musik erfährt durch die  Verstärkung von Frau Demattia einen rasanten weiteren Aufschwung, Mitte der achtziger Jahre gibt es nicht nur wieder ein Schulorchester, sondern auch ein Kammerorchester, und mehrere Chöre, nach Altersgruppen aufgeteilt. Die Tradition der Weihnachtskonzerte beginnt und ebenso die der Chorreisen.  1982 erfolgt dann auch die offizielle Namensgebung – zum 150. Todestag Goethes bekommt Hamburg mit dem Goethe-Gymnasium in Lurup endlich auch eine nach dem größten deutschen Dichter benannte Schule. Man verstand sich aber nie als etwas Elitäres, sondern blieb immer bodenständig und dem Stadtteil verbunden, auch daran zu sehen, dass bereits in den 80er Jahren die Einführung der Berufsorientierung immerhin als einem der ersten Gymnasien erfolgreich passierte.

Mit 66 Lehrkräften ist zu Beginn der 80er Jahre dann auch bald das Lehrerzimmer zu klein, aber fast zeitgleich führt eine Maßnahme der Schulsenatorin zum schnellen Rückgang der Schülerzahl, denn SchülerInnen aus Schleswig-Holstein wird der Schulbesuch in Hamburg untersagt.

Die 90er Jahre

Als dann 1990 der erste Schulleiter, Herr Wiechers, in den Ruhestand ging und Joachim Land sein Nachfolger wird, ist das Abschmelzen der Schülerzahl bereits im vollen Gange – die letzten Behelfspavillons können endlich abgerissen werden, aber es gelingt nicht, trotz vieler eigenständiger Planungen und Anträge, das große Ziel der Schule, eine eigene Aula zu errichten, in die Tat umzusetzen. Denn die allgemeine Haushaltsmisere in der Folge der deutschen Einheit reduzieren die Möglichkeiten der FHH, es wird, wenn überhaupt nur noch in die Bauunterhaltung investiert. Selbst das Geld für einen adäquaten Zaun um den Sportplatz herum ist nicht aufzutreiben. Die Folge ist, auch aufgrund der wachsenden Arbeitslosigkeit im Stadtteil und des damit verbundenen teilweisen sozialen Niedergangs, dass der Platz für den Schulsport gesperrt werden muss, da Scherben und Vermüllung überhand nehmen, die von Jugendlichen aus den Wohnblocks der Umgebung auf dem wenig einsehbaren Platz hinterlassen werden.

Die Schülerzahl sinkt weiterhin und nähert sich einer gefährlichen Marke von 500. Das bringt eine Reihe von KollegInnen dazu, sich ernsthaft um eine passende Schulentwicklung Gedanken zu machen. Einerseits führt diese Situation zur ersten Schulprogrammentwicklung, die 2001 mit einem entsprechenden Beschluss der Schulkonferenz abgeschlossen wird, andererseits beginnt auch angesichts der sozialen Lage im Stadtteil der Gedanke Fuß zu fassen, aus dem Goethe-Gymnasium eine Ganztagsschule machen zu wollen.

Das vergangene Jahrzehnt

Mit der Pensionierung von Herrn Land im Jahre 2002 wird sein Nachfolger, Egon Tegge, bereits bei der Wahl auf diese neue Idee verpflichtet. Entsprechende Anträge werden bei der Schulbehörde gestellt, doch vor deren Bescheidung wird das Goethe-Gymnasium wie alle anderen Gymnasien in Hamburg infolge der Schulzeitverkürzung auf 8 Schuljahre zur offenen Ganztagsschule umgewandelt, bis dann in 2005 endlich die Umwandlung zu einer gebundenen Ganztagsschule genehmigt wird.

Damit und mit einem weiteren Glücksfall ging alles sehr schnell: Gelder aus der sozialen Stadtteilentwicklung und aus der Schulbehörde für zwei Schulen (Goethe-Gymnasium und Schule Langbargheide) ermöglichten die Errichtung einer Mehrzweckhalle, die im Jahr 2007 dann endlich eingeweiht werden konnte. Und die Fußballweltmeisterschaft 2006 war für das Goethe-Gymnasium ein echter Segen, denn die große Sporthalle konnte an die FIFA als Stützpunkt für die Volunteers vermietet werden. Da die 25jährige Nutzung ihre Spuren hinterlassen hatte und zudem der dahinter liegende Sportplatz eher einem aufgelassenen Kleingartengelände glich, wo in der Sprunggrube die Birken wuchsen und auf der Laufbahn die Brombeeren, waren schlagartig Gelder aus der Hamburger Straße für die Sanierung der Sportanlagen vorhanden – rechtzeitig mit dem Anpfiff des ersten Spiels in Hamburg war alles wieder vom Feinsten und der Sport konnte am Goethe-Gymnasium zu neuer Blüte aufsteigen.

Aber nicht nur im Sport, sondern auch in vielen anderen Bereichen wurde viel erneuert, eine technisch erhebliche Aufrüstung griff ebenso Platz, wie eine inhaltliche Modernisierung des Unterrichts. Das Konzept der Ganztagsschule deckt vielfältigste Ansprüche ab und die Schülerzahl ist mit 800 trotz des Verlustes eines Jahrgangs im Rahmen der Schulzeitverkürzung wieder erfreulich hoch.

Zudem gelang es dem Schulleiter wohl bundesweit zum ersten Mal, auch für die Lehrkräfte adäquate Arbeitsbedingungen zu schaffen, indem schrittweise für jede Lehrkraft ein eigener Arbeitsplatz in der Schule geschaffen wurde. Mittlerweile verfügt die Schule über 65 Schreibtische, mit denen es gelungen ist, die Zusammenarbeit zu stärken, die Arbeitszufriedenheit maßgeblich zu verbessern und der lehrertypischen Burnout-Gefährdung erheblich vorzubeugen – viele Delegationen aus ganz Deutschland kommen zur Information mittlerweile angereist, selbst der renomierten Wochenzeitung DIE ZEIT war dieses jüngst eine ganze Seite wert.