Standortprofil

 

1. Lage und Größenordnung

LageplanDie Schule liegt in Hamburg-Lurup, in unmittelbarer Nähe zu den Sportarenen am Volkspark. Die Schülerzahl beträgt gegenwärtig etwas über 800, die Zahl der letzten beiden Anmelderunden für Kl. 5 betrug 140 bzw. 133.

Die Bebauung im Stadtteil weist eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und Mietwohnungen unterschiedlicher Größenordnung auf, infolgedessen erweist sich auch die Schülerschaft des Goethe-Gymnasiums als vielfältig gemischt. Auch für einige Kinder aus einem in der Nähe gelegenen sozialen Brennpunkt (Lüdersring) bietet die Schule gute Integrations- und Aufstiegsschancen. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund (vor allem aus Russland, Polen, Afghanistan, weiteren EU-Staaten und Türkei etc.) beläuft sich in den letzten Jahren relativ konstant auf ca. 30%, die Quote der ‚Nicht-Empfohlenen’ in Kl. 5 liegt bei ca. 30% (personell natürlich nicht deckungsgleich!). In den letzten beiden Abiturdurchgängen lag der Anteil der erfolgreichen Migranten jeweils bei etwas über 30%, zugleich hatten aber auch 25% aller AbiturientInnen am Ende von Kl. 4 keine Gymnasialempfehlung.

Auf dem gleichen Schulgelände liegt die Grundschule Langbargheide (ca. 410 SchülerInnen), mit dem das Goethe-Gymnasium gemeinsame Projekte plant und durchführt.

2. Ganztagsschule

Bereits in 2002 hatte die Schule die Einrichtung einer echten Ganztagsschule beschlossen und nach der Einführung von Gy 8 dann auch die Umwandlung in eine gebundene Ganztagsschule beantragt und anschließend umgesetzt. Seit Sommer 2007 sind alle Jahrgänge in dieses Konzept eingebunden. In diesem Rahmen wurde eine gemeinsame Aula/Mensa des Goethe-Gymnasiums und der Schule Langbargheide errichtet, die von den Schulen in Zusammenarbeit mit dem Stadtteil genutzt wird.

Das Goethe-Gymnasium fährt auf Grund seiner besonderen Profile ein bundesweit einmaliges Modell an Ganztagsschulkonzept: Da es im musikalisch/ästhetischen Bereich eine Reihe von schulübergreifenden Ensembles (Kl. 5-12) gibt, die am frühen Abend arbeiten und Entsprechendes für den sportlichen Bereich (Schulmannschaften) im Aufbau ist, wird die gebundene Ganztagsschule nur vom zeitlichen Umfang her garantiert, die Lage der Anwesenheit der Schüler ist je nach Teilnahme an den zusätzlichen Kursen und Projekten gestaltbar. In das Konzept ist eingewoben ein Förderangebot für SchülerInnen mit Defiziten sowie mit besonderen Begabungen. Gegenwärtig bieten wir ca. 60 Kurse für die Kl. 7-10 und 20 Kurse für die Kl. 5/6 an, mit Schwerpunkten insbesondere im musischen und sportlichen Bereich, z. T. in Kooperation mit den örtlichen Vereinen.

Zur Umsetzung des Ganztagskonzepts und zur Verbesserung der Teamstrukturen hat das Goethe-Gymnasium es erreicht, dass jede Lehrkraft über einen individuellen Lehrerarbeitsplatz verfügen kann. Diese Arbeitsplätze sind untergebracht in Sammlungsräumen, Serverraum und im Verwaltungstrakt und z. T. durch schulische Mittel umgebaut, z. T. auch durch Eigeninitiative ausgestattet worden.

3. Oberstufe und Profilbildung

Vier Profile in der neuen Profiloberstufe bietet die Schule zur Zeit an, die erfreulicherweise nicht nur die Bedürfnisse der eigenen SchülerInnen vollständig erfüllten, sondern auch für SchülerInnen anderer Schulen attraktiv waren, so dass im ersten Jahrgang (jetzt 12.) noch 86 und im zweiten Jahrgang (jetzt 11.) 98 junge Menschen in folgenden Profilen zusammen lernen. Bei allen Profilen ist eine profilbezogene Berufsorientierung nebst einem entsprechenden Berufspraktikum verbindlich integriert:

Musikalisch/ästhetisches Profil

Bei diesem Profil unter dem Namen ‚KlangWeltBild handelt es sich um ein sog. Y-Profil, d.h. die SchülerInnen wählen entweder Musik oder Kunst als profilgebendes Fach, werden allerdings in den damit verbundenen Bereichen Geschichte und Philosophie sowie dem fächerübergreifenden Seminar gemeinsam unterrichtet.

Naturwissenschaftliches Profil

In diesem Profil unter dem Namen MenschMachtNatur –  Sind wir noch zu retten?’ ist das profilgebende Fach Physik, bei dem der Mensch und seine Wechselwirkung mit der Umwelt im Mittelpunkt steht. Folglich sind als Begleitfächer neben dem Seminar die Fächer Chemie, Geographie und Religion integriert.

Sportpädagogisches Profil

In diesem Profil unter dem Namen ‚Sich bewegen und Andere in Bewegung bringen ist das profilgebende Fach der Sport, verbunden mit den Fächern Pädagogik, Biologie und PGW.

Ziel dieses Profils ist es dabei, die SchülerInnen für den boomenden Sportsektor zu qualifizieren, indem sie sowohl für den Trainer- und pädagogischen Bereich wie auch für die wirtschaftliche Dimension des Sportbusiness ausgebildet werden. Dazu gehört z.B. dass sie in Zusammenarbeit mit dem HSB Trainerqualifikationen erwerben und zugleich in den Pädagogikkursen der Schule fachlich vorangebracht und zugleich gecoacht werden, wenn sie z.B. mit jüngeren SchülerInnen in Nachmittagskursen bzw. in der benachbarten Grundschule arbeiten.

Gesellschaftswissenschaftliches Profil

In diesem Profil ist das profilgebende Fach Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und ist hier mit den Fächern Informatik und Darstellendes Spiel verbunden. Ziel ist hier den Einfluss der neuen Medien auf den gesellschaftlichen Wandel sowie die wirtschaftlichen und politischen Dimensionen von Medien und IT-Branche zu durchleuchten. Chancen und Risiken dieser Entwicklung werden reflektiert und durch eigene Darstellungsversuche im darstellerischen und/oder filmischen Bereich kreativ umgesetzt.

Fünftes Profil

Ein fünftes Profil (Geographie, Geschichte, Kunst) ist curricular fertig ausgearbeitet und könnte dann gestartet werden, wenn die Gesamtschülerzahl eines Jahrgangs in der Oberstufe mehr als 100 SchülerInnen umfassen würde. Dies war in den letzten Jahren noch nicht der Fall.

4. Weitere Aspekte

Musikalischer Schwerpunkt

Als besonderer Schülermagnet erweist sich der eindeutige Schwerpunkt der Schule im musikalischen Bereich: Es gibt drei Chöre (mit über 200 Mitgliedern) ein klassisches Schulorchester (mit über 50 Mitwirkenden) und eine Bigband sowie weitere projektbezogene Ensembles. Die Aufführungen (u.a. Revue im Sommer, Orchesterkonzert, Weihnachtskonzert, Singspiel, Konzerte der Bigband etc.) sind einerseits für den Stadtteil sehr attraktiv, andererseits sind die Ensembles der Schule im Michel, im Schauspielhaus, auf Kampnagel usw. unterwegs. Zur Nachwuchsgewinnung organisiert die Schule Instrumentalunterricht (für gegenwärtig mehr als 80 SchülerInnen, in die Ganztagsauflagen eingebunden) für viele Instrumente (Geige, Cello, Saxophon, Klarinette, Schlagzeug, Bass, Posaune, Trompete, Horn, Gitarre, Querflöte E-Gitarre, E-Bass, etc.). Bilder der vielfältigen Aufführungen finden sich auf einer eigenen Musik-Homepage (www.musik-goethe.de), dort sind auch Hörproben von GEMA-freier Musik zu hören.

Soziales Lernen und Handlungsorientierung

Durch ein Bündel von Maßnahmen sollen die Schülerinnen und Schüler in den sog. ‚social skills’ vorangebracht werden. Dazu ist jetzt durchgängig in der Beobachtungsstufe und in Klasse 7 ein Klassenlehrerteam (m/w) für die Klassenführung verantwortlich und in allen Klassen von 5-10 eine im Stundenplan verankerte wöchentliche Klassenratsstunde etabliert. Als Sozialformen im Unterricht werden gezielt kooperative Aufgaben und Projekte eingesetzt, darüber hinaus spielt auch die altersübergreifende Pädagogik in vielen Projekten insbesondere im musischen Bereich eine wichtige Rolle.

Hier ist auch das Lernfeld Pädagogik angebunden, das von der ganzjährigen Prefect-Ausbildung in Klasse 9 über die Paten- und Aufsichtsfunktion in Klasse 10 zu Kursen im Fach Pädagogik ab Jahrgang 10 führt. Aus diesen Kursen werden die SchülerInnen angeleitet und mit Supervision im Lehr- und Betreuungsbereich eingesetzt: Mindestens eine Stunde pro Woche arbeiten die OberstufenschülerInnen entweder als Ergänzungskräfte in der Nachbarschule bei der Förderung sozial Benachteiligter (finanziert durch die Philip-Breuel-Stiftung) oder übernehmen an der eigenen Schule den Förderunterricht in Kleinstgruppen insbesondere im Fach Deutsch (Kl.5/6) oder leiten im Sportbereich Nachmittagskurse in der Ganztagsschule.

Berufsorientierung

Sehr große Bedeutung nimmt am Goethe-Gymnasium die Berufsorientierung ein, nicht ohne Grund ist die Schule für ihr Konzept auch mit dem ‚Siegel für vorbildliche Berufsorientierung’ als eines der ganz wenigen Gymnasien in HH seit 2012 erneut rezertifiziert worden. Der Einstieg in die berufliche Orientierung beginnt in Klasse 8 mit der Gründung einer Schülerfirma und der Arbeit mit dem Berufswahlpass. In Klasse 9 wird ein dreiwöchiges Betriebspraktikum durchgeführt und in Klasse 11 profilorientiert ein Berufspraktikum. In Zusammenarbeit mit Eltern, mit ehemali­gen Schülerinnen und Schülern sowie mit Ham­burger Ausbildungsbetrieben und der Agentur für Arbeit wird eine Berufsinfobörse durchgeführt; darüber hinaus gibt es professionelle Bewerbungstrainings, zahlreiche Beratungsgespräche und Berufsinformationstage sowie die Ermöglichung eines Frühstudiums.

Informatik und Robotik

Die Schule wurde als eine der 10 IT-fittesten in Deutschland ausgezeichnet – von einer Initiative, die von der Bundeskanzlerin und Bill Gates ins Leben gerufen wurde. Ein 6. Platz beim bundesweiten Computerbiber-Wettbewerb sowie die Teilnahme bei weiteren bundesweiten Wettbewerben wie dem RoboCup Junior bzw. FieldRobotJunior zeigen neben einer hochmodernen Computer- und Roboterausstattung der Schule einen weiteren Schwerpunkt.

Integration von Migranten

Als Schule mit einem seit Jahren relativ hohen Anteil von SchülerInnen mit nicht-deutscher Muttersprache stellt sich das Goethe-Gymnasium dieser Aufgabe auch konzeptionell. Dazu gehört ein umfangreiches Beratungsangebot und Elternarbeit von Abteilungsleitern und Beratungsteam, Bausteine des Aspekts ‚soziales Lernen’, Förderunterricht durch Lehrer und SchülerInnen vor allem in der Beobachtungsstufe insbesondere im Fach Deutsch, gezielte Förderangebote in der Mittelstufe zur Reduzierung des sog. Rückläuferproblems.