‚Sanfter’ Beginn der Beobachtungsstufe

 

Es gibt zwar schon einige Ganztagsgrundschulen im Umkreis und auch die Nachfrage nach einer ganztägigen Betreuung in den Grundschulen wächst seit 2013 rasant, aber viele SchülerInnen sind in Hamburg im Vergleich zu vielen anderen Ländern in Europa eine ganztägige Beschulung noch nicht gewohnt. Vor diesem Hintergrund werden die SchülerInnen am Goethe-Gymnasium ab Klasse 5 schrittweise an die erhöhte Belastung herangeführt, die sie an allen Gymnasien in den weiteren Klassenstufen auf Grund der Schulzeitverkürzung erwarten wird.

1. Stundenumfang und zeitliche Dauer

Dazu erhalten die BeobachtungsstufenschülerInnen neben den 31 (Kl. 5) oder 32 (Kl. 6) Wochenstunden Pflichtunterricht, die laut der Stundentafel vorgegeben sind, lediglich 2 bis max. 3 Stunden zusätzlich, so dass sie auf eine maximale Wochenstundenzahl von 34/35 Stunden kommen (bei erhöhtem Förderbedarf). Eine Stunde davon ist die vierte Studienzeitstunde (vgl. Studienzeit) Für alle Schülerinnen und Schüler ist darin integriert 1 Stunde Wahlangebot verpflichtend (vgl. Kursangebot). Förderunterricht hat dabei Vorrang vor Neigungskursbelegung. Zusätzlich erhalten alle eine betreute Mittagspause an 4 Tagen (Mo-Do). Die Klassenratsstunde wird in Doppelbesetzung von beiden Klassenlehrkräften gemeinsam gegeben. Der Schulbesuch erfolgt mindestens bis 14.15, Hinzu kommen aber noch die gewählten Kurse, so dass die Verweildauer an einigen Tagen auch länger dauern kann.

Eine längere verlässliche, verbindliche Betreuung muss im Schulbüro beantragt werden.

2. Rhythmisierung

Am Vormittag gilt weitgehend das Doppelstundenprinzip, um die Aufgabenmenge zu verringern, die Zahl der Bezugspersonen pro Tag möglichst klein zu halten und um Zeit und Raum zu geben für schülerorientierte und binnendifferenzierende Unterrichtsverfahren.
Die Rhythmisierung wird der der Mittelstufe angepasst und zwar nach dem Prinzip „Anspannung-Entspannung“. Das bedeutet u.a., dass wie in der Mittelstufe von Mo bis Do nach der Mittagspause jeweils eine Stunde Studienzeit der Kernfächer erteilt wird (vgl. Studienzeit). In der Mittagspause werden den Schülerinnen und Schülern diverse Beschäftigungsangebote gemacht (vgl. Mittagspause).

3. Methodenlernen

Ein Schwerpunkt ist und bleibt das soziale Lernen, deren Bausteine auf der Beobachtungsstufe weiterhin durchgeführt werden (Klassenreise, Projekttage, Streitschlichter, Patenmodell, Klassenratsstunden usw.). Im Rahmen dieses Schwerpunktes wird das Methodenlernen stärker als bisher akzentuiert. Das bisherige Verfahren wird um neue Bausteine des Methodencurriculums ergänzt. Schwerpunkte der Vermittlung bilden hierbei Lesekompetenz, Lerntypen, Kommunikation und kooperative Lernformen.

4. Förderunterricht

Nach unserem Förderkonzept hat der Förderunterricht grundsätzlich Vorrang vor Belegung von Wahlkursen, es sei denn, es gibt bei den Nachwahlen noch freie Plätze in diesen Kursen und der Schüler wird in nicht mehr als einem Fach gefördert. Fünftklässler, bei denen Förderbedarf in Rechtschreibung festgestellt wird, erhalten entsprechende Förderung nach den Herbstferien bis Ende Januar. Sie können es sich aussuchen, ob sie dafür ihren zu Beginn des Schuljahres belegten Wahlkurs verlassen oder weiterhin besuchen. Die Einteilung der Sechstklässler in Förderkurse erfolgt zu Beginn des Schuljahres. Gefördert werden unsere Sechstklässler in den Fächern Englisch, Mathematik und in deutscher Rechtschreibung. Die Förderkurse erteilen Lehramtsstudentinnen und –studenten unter Begleitung von Fachlehrerinnen und Fachlehrern.

5. Profikurse

Leistungsstarke Sechstklässler in Mathematik erhalten die Möglichkeit an einem Mathe-Profikurs teilzunehmen. Für die gesamte Beobachtungsstufe wird ein Profikurs NaWi angeboten. Auch der Unterstufenchor ist ein Angebot für am Singen besonders interessierte Kinder, entsprechendes gilt für das Erlernen von Instrumenten, hier sollte man frühzeitig die Musiklehrerinnen ansprechen, die den Instrumentalunterricht organisieren und ggf. auch Instrumente verleihen.

6. Mittagspause

In der Mittagspause haben die SchülerInnen die Möglichkeit, ein warmes Mittagessen zum Preis von 3.12 € einzunehmen, eine Verpflichtung zur Teilnahme besteht allerdings nicht. Bedürftige Schülerinnen (Hartz IV oder Vergleichbares) erhalten das Mittagessen kostenlos. (Dass diese das Essen kostenlos bekommen, ist für die anderen Kinder nicht erkennbar, die Anträge werden diskret über das Schulbüro abgewickelt und nachfolgend wird ihre Chipkarte von dort freigeschaltet). Auch wenn Kinder nicht an der Mahlzeit teilnehmen, besteht während der gesamten Schulunterrichtszeit inkl. der Mittagspause für alle SchülerInnen der Beobachtungsstufe Präsenzpflicht auf dem Schulgelände. Das Essen in der Mensa wird in „Schichten“ angewickelt, d.h., erst kommen die ‚Kleinen’ und im Anschluss die SchülerInnen der Mittelstufe. Die Fünft- und Sechsklässler gehen dabei als gesamte Klasse mit ihren Lehrkräften zum Essen, man kann dann in Aula auch sein Pausenbrot in der Klassengemeinschaft essen.
In der restlichen Mittagspausenzeit werden den Kindern eine Reihe von Aufenthalten und Aktivitäten angeboten, wie die Nutzung eines Freizeitraumes (Spiele), Nutzung einer Sporthalle  oder des Sportplatzes (Sport und Spiel), Nutzung der Pausenhalle (Kicker, Airhockey, Tischtennis, Gruppentische), der Bibliotheksräume ((Vor)lesen) sowie Nutzung des Schulhofes (aktive Pause). Die ‚Prefects’, das sind besonders ausgebildete OberstufenschülerInnen, helfen mit bei der Organisation und Beaufsichtigung der Mittagspause und ermöglichen durch ihre Aufsicht, dass zweimal in der Woche der an das Schulgelände grenzende Spielplatz genutzt werden kann.

7. Studienzeiten

Von Montag bis Donnerstag gibt es nach der Mittagspause regelmäßig eine Stunde ‚Studienzeit’. Diese Stunden werden finanziert aus dem Kontingent der Kernfächer sowie einer zusätzlichen Stunde aus dem GTS-Topf. Die Studienzeiten sollen den SchülerInnen die Gelegenheit zur individuellen Selbstbeschäftigung mit Aufgaben der Kernfächer, begleitet von LehrerInnen des Goethe-Gymnasiums, geben. Diese Stunden sollen vor allem einen Teil der Hausaufgaben ersetzen und werden in der Beobachtungsstufe noch stärker strukturiert als in der Mittelstufe. Um die SchülerInnen an die sinnvolle und disziplinierte Selbstbeschäftigung heranzuführen, gibt es ein Ampelmodell (rot=Redeverbot, gelb=es darf geflüstert werden z.B. mit dem Nachbarn oder mit der Lehrkraft, grün=es darf geredet werden, z.B. zur Planung der Stunde und Organisation/Beschaffung des Arbeitsmaterials).

8. Kursangebot

Das Kursangebot wird jährlich neu aufgestellt und den SchülerInnen rechtzeitig zu Beginn des Schuljahres ausgehändigt.