Die Lateinlerngruppe des 10. Jahrgangs begab sich von Dienstag, den 5. Mai bis Samstag, den 9. Mai auf Romreise. Wie alle großen Reisen war auch diese von langer Hand geplant, auch was die Personalplanung betrifft. Herr Bär als erfahrener Rom-Experte erklärte sich schon früh zu Beginn des Schuljahres 2025/2026 bereit, die Reise unter der Federführung von Frau Heidukowski zu begleiten – bis Sonntagabend, den 3. Mai 2026. Herr Bär musste die Reise leider absagen. Digitaler und telefonischer Trubel! Dieser dauerte aber zum Glück nur ungefähr 90 Minuten, denn mehrere Kolleginnen und Kollegen zeigten sich bereit, den Ausfall von Herrn Bär aufzufangen (vielen Dank noch einmal an dieser Stelle!). So kam es schließlich dazu, dass Frau Jargstorf mit nach Rom fuhr. Noch eineinhalb Wochen zuvor hatte sie scherzhaft erklärt, sie würde „sonst auch mit nach Rom kommen“. Aufgrund gestiegener Preise fand die Reise von Dienstag bis Samstag statt, allerdings sollte der Hinflug auch erst Dienstagmittag starten. Nach dem Flug, einer Busfahrt bis Vatikanstadt und einem Fußmarsch von ca. 25 Minuten vorbei an der Engelsburg und über eine Tiberbrücke kamen wir schließlich gegen 21 Uhr in unserer Unterkunft an, dem Kloster des Teatiner-Ordens. Nach dem Bezug der Zimmer wurde noch der eine oder andere Supermarkt aufgesucht, entweder aufgrund von Hunger oder aus der Voraussicht heraus, sich etwas für das kommende Frühstück zu besorgen, denn wir sollten am nächsten Morgen so früh das Haus verlassen, dass selbst die Mönche noch kein Frühstück bereithielten. Am Mittwoch starteten wir nämlich um 7 Uhr mit dem Gang zur Papstaudienz auf dem Petersplatz. Nachdem wir namentlich als anwesende Gäste genannt wurden, begann die Papstaudienz, die zu unserer Überraschung an eine (christliche) Party erinnerte. Papst Leo XIV. fährt in seinem Papamobil zu Abba über den Petersplatz, winkt den Gläubigen zu und segnet Babys. Danach wird die Predigt gehalten und auf mehrere Sprachen übersetzt. Zum Schluss werden das Vaterunser und ein weiteres Gebet auf Latein gesprochen. Leider mussten wir uns dann ziemlich sputen – wir hatten „einen Termin“ am Circus Maximus. Als wir nach 40 Minuten eiligen Fußmarschs dort ankamen, schien es relativ egal, ob wir reservierte Timeslots hatten oder nicht; unsere Karten blieben ungecheckt (rückblickend hätten wir auch nicht so hetzen müssen …). Jedenfalls wurden wir mit VR-Brillen und deutschsprachigen Audioguides ausgestattet, damit wir mehr als „ein paar Steine auf dem Feld“ zu sehen bekamen. Die Geschichte des Circus Maximus, einer antiken Rennbahn, wurde zu visuellen Rekonstruktionen erzählt, was einen tieferen Einblick in die übrig gebliebene Architektur gab.Da wir durch diesen Besuch das Mittagessen in der Unterkunft verpasst haben, wurde uns ein Picknick im Kühlschrank zurückgelegt. Am Nachmittag besuchten wir die Kapitolinischen Museen, von wo aus man bereits einen tollen Blick auf das Forum Romanum erhaschen kann. Abends hatten alle Freizeit. Nichtsahnend sollte der schrittreichste Tag der Reise der Donnerstag werden. Abends hatten wir alle durchschnittlich 30.000 Schritte auf der Uhr. Was haben wir gemacht? Der Tag begann mit einem erneuten Fußmarsch zum Petersplatz, weil wir uns den Petersdom ansehen wollten. Natürlich hatte Frau Heidukowski Karten vorher organisiert, denn sonst sind lange Wartezeiten vorprogrammiert. Wie sich jedoch herausstellte, waren die Karten dem gesamten Personal unbekannt. So gab es bereits Diskussionen bei der Kontrolle am Einlass zum Petersplatz, anschließend beim Einlass zum Dom und last but not least beim Kuppelaufstieg mit Fahrstuhl. Long story short: Am Ende konnten wir dennoch den Ausblick aus der Kuppel genießen, aber nicht ohne mehrfachen Widerstand. Gruß an den Ticketanbieter! Vom Petersdom aus ging es zum Mittagessen in die Unterkunft. Wir ahnten nicht, dass Nudeln mit Tomatensauce die Vorspeise für Rosmarinkartoffeln mit Hähnchen oder frittiertem Gemüse darstellten, entsprechend hatten die meisten leider keinen Hunger mehr für das leckere Hauptgericht. Gut gestärkt brachen wir in Richtung Caracalla-Thermen auf, ein Paradebeispiel für „panem et circenses“ – Brot und Zirkusspiele. Kaiser Caracalla soll ein politischer Tyrann gewesen sein, der seine Politik durch gesellschaftliche Annehmlichkeiten wie den kostenlosen Thermenbesuch für die Besucherinnen und Besucher zu beschönigen versuchte. Auf dem Rückweg besuchten wir das Forum Romanum. Um die bis dahin schon vielen Schritte gebührend zu belohnen, fanden wir uns abschließend in einem Restaurant zum gemeinsamen Abendessen ein. Wer danach noch auf 35.000 oder mehr Schritte gekommen ist, hatte das selbst zu verschulden ;). Der Freitag begann viel entspannter – zumindest war das so angedacht. Wir wollten mit dem Bus zu den Calixtus-Katakomben fahren. Laut Plan sollte der Bus um 08.23 Uhr fahren; mit deutschem Gefühl für Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit waren wir auch um 08.15 Uhr an der Bushaltestelle. Leider biss sich unser Gefühl mit italienischer Flexibilität; unser Bus war schon vor einigen Minuten abgefahren, der nächste sollte 17 Minuten später fahren. Unterm Strich kein großes Drama, pünktlich genug waren wir dennoch vor Ort, aber die italienischen variablen Busfahrzeiten wirkten zunächst doch interessant. Jedenfalls wurden wir vor Ort durch Teile der insgesamt 20 km langen und teils bis zu 20 m tiefen Katakombe geführt. Katakomben sind unterirdische Grabanlagen, und diese, nach einem christlichen Diakon benannt, ist sehr gut erhalten. In Kombination mit der Führung erhalten Besucherinnen und Besucher einen faszinierenden Einblick in das frühe 2. Jahrhundert und in den damit verbundenen frühchristlichen Umgang mit dem Tod. Abends waren wir alle gemeinsam in einem Restaurant zum Essen. Auf dem Rückweg zum Bus suchten wir vergeblich nach Steinen der alten Via Appia Antica, fanden stattdessen Katzen – auch nicht schlecht, aber leider nicht das, wonach wir suchten. Unsere nächsten Ziele nach dem Mittagessen sollten das Pantheon und das Kolosseum sein. Auf dem Weg zum Pantheon entpuppte sich der Trevi-Brunnen als denkbar ungünstiger Ort für ein Gruppenfoto, also suchten wir unverrichteter Dinge direkt das Pantheon auf. Berühmt ist das Pantheon für seine nahezu perfekte Architektur, beispielsweise für die Betonkuppel, die über 1700 Jahre lang die größte Kuppel der Welt war und in ihrer Mitte eine kreisrunde Öffnung hat, das sogenannte Oculus (lat. = Auge). Von dort aus ging es zu einem weiteren Highlight der Reise, zum Kolosseum. Leider war es uns aufgrund der Karten nicht möglich, in die höheren Ränge zu gelangen; möge dies der nächsten Lateingruppe beschieden sein! Den letzten Abend der Reise durften alle wieder so gestalten, wie sie es gerne mochten. Dass das auch am letzten Abend gut geklappt hat, zeigte das pünktliche Erscheinen am nächsten Tag zum Frühstück bzw. zur verabredeten Uhrzeit zum Aufbruch: Alle waren fit und blickten mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück auf die Reise. Es war eine sehr schöne, aber auch intensive Reise, und zu Hause ist es bekanntermaßen ja auch am schönsten. Text: Lea Heidukowski / Fotos: Meryem (10a)
Die Lateinlerngruppe des 10. Jahrgangs begab sich von Dienstag, den 5. Mai bis Samstag, den 9. Mai auf Romreise. Wie alle großen Reisen war auch diese von langer Hand geplant, auch was die Personalplanung betrifft. Herr Bär als erfahrener Rom-Experte erklärte sich schon früh zu Beginn des Schuljahres 2025/2026 bereit, die Reise unter der Federführung von Frau Heidukowski zu begleiten – bis Sonntagabend, den 3. Mai 2026. Herr Bär musste die Reise leider absagen.
Digitaler und telefonischer Trubel!
Dieser dauerte aber zum Glück nur ungefähr 90 Minuten, denn mehrere Kolleginnen und Kollegen zeigten sich bereit, den Ausfall von Herrn Bär aufzufangen (vielen Dank noch einmal an dieser Stelle!). So kam es schließlich dazu, dass Frau Jargstorf mit nach Rom fuhr. Noch eineinhalb Wochen zuvor hatte sie scherzhaft erklärt, sie würde „sonst auch mit nach Rom kommen“.
Aufgrund gestiegener Preise fand die Reise von Dienstag bis Samstag statt, allerdings sollte der Hinflug auch erst Dienstagmittag starten. Nach dem Flug, einer Busfahrt bis Vatikanstadt und einem Fußmarsch von ca. 25 Minuten vorbei an der Engelsburg und über eine Tiberbrücke kamen wir schließlich gegen 21 Uhr in unserer Unterkunft an, dem Kloster des Teatiner-Ordens. Nach dem Bezug der Zimmer wurde noch der eine oder andere Supermarkt aufgesucht, entweder aufgrund von Hunger oder aus der Voraussicht heraus, sich etwas für das kommende Frühstück zu besorgen, denn wir sollten am nächsten Morgen so früh das Haus verlassen, dass selbst die Mönche noch kein Frühstück bereithielten.
Am Mittwoch starteten wir nämlich um 7 Uhr mit dem Gang zur Papstaudienz auf dem Petersplatz. Nachdem wir namentlich als anwesende Gäste genannt wurden, begann die Papstaudienz, die zu unserer Überraschung an eine (christliche) Party erinnerte. Papst Leo XIV. fährt in seinem Papamobil zu Abba über den Petersplatz, winkt den Gläubigen zu und segnet Babys. Danach wird die Predigt gehalten und auf mehrere Sprachen übersetzt. Zum Schluss werden das Vaterunser und ein weiteres Gebet auf Latein gesprochen.
Leider mussten wir uns dann ziemlich sputen – wir hatten „einen Termin“ am Circus Maximus. Als wir nach 40 Minuten eiligen Fußmarschs dort ankamen, schien es relativ egal, ob wir reservierte Timeslots hatten oder nicht; unsere Karten blieben ungecheckt (rückblickend hätten wir auch nicht so hetzen müssen …). Jedenfalls wurden wir mit VR-Brillen und deutschsprachigen Audioguides ausgestattet, damit wir mehr als „ein paar Steine auf dem Feld“ zu sehen bekamen. Die Geschichte des Circus Maximus, einer antiken Rennbahn, wurde zu visuellen Rekonstruktionen erzählt, was einen tieferen Einblick in die übrig gebliebene Architektur gab.Da wir durch diesen Besuch das Mittagessen in der Unterkunft verpasst haben, wurde uns ein Picknick im Kühlschrank zurückgelegt. Am Nachmittag besuchten wir die Kapitolinischen Museen, von wo aus man bereits einen tollen Blick auf das Forum Romanum erhaschen kann. Abends hatten alle Freizeit.
Nichtsahnend sollte der schrittreichste Tag der Reise der Donnerstag werden. Abends hatten wir alle durchschnittlich 30.000 Schritte auf der Uhr. Was haben wir gemacht? Der Tag begann mit einem erneuten Fußmarsch zum Petersplatz, weil wir uns den Petersdom ansehen wollten. Natürlich hatte Frau Heidukowski Karten vorher organisiert, denn sonst sind lange Wartezeiten vorprogrammiert. Wie sich jedoch herausstellte, waren die Karten dem gesamten Personal unbekannt. So gab es bereits Diskussionen bei der Kontrolle am Einlass zum Petersplatz, anschließend beim Einlass zum Dom und last but not least beim Kuppelaufstieg mit Fahrstuhl. Long story short: Am Ende konnten wir dennoch den Ausblick aus der Kuppel genießen, aber nicht ohne mehrfachen Widerstand. Gruß an den Ticketanbieter!
Vom Petersdom aus ging es zum Mittagessen in die Unterkunft. Wir ahnten nicht, dass Nudeln mit Tomatensauce die Vorspeise für Rosmarinkartoffeln mit Hähnchen oder frittiertem Gemüse darstellten, entsprechend hatten die meisten leider keinen Hunger mehr für das leckere Hauptgericht. Gut gestärkt brachen wir in Richtung Caracalla-Thermen auf, ein Paradebeispiel für „panem et circenses“ – Brot und Zirkusspiele. Kaiser Caracalla soll ein politischer Tyrann gewesen sein, der seine Politik durch gesellschaftliche Annehmlichkeiten wie den kostenlosen Thermenbesuch für die Besucherinnen und Besucher zu beschönigen versuchte. Auf dem Rückweg besuchten wir das Forum Romanum. Um die bis dahin schon vielen Schritte gebührend zu belohnen, fanden wir uns abschließend in einem Restaurant zum gemeinsamen Abendessen ein. Wer danach noch auf 35.000 oder mehr Schritte gekommen ist, hatte das selbst zu verschulden ;).
Der Freitag begann viel entspannter – zumindest war das so angedacht. Wir wollten mit dem Bus zu den Calixtus-Katakomben fahren. Laut Plan sollte der Bus um 08.23 Uhr fahren; mit deutschem Gefühl für Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit waren wir auch um 08.15 Uhr an der Bushaltestelle. Leider biss sich unser Gefühl mit italienischer Flexibilität; unser Bus war schon vor einigen Minuten abgefahren, der nächste sollte 17 Minuten später fahren. Unterm Strich kein großes Drama, pünktlich genug waren wir dennoch vor Ort, aber die italienischen variablen Busfahrzeiten wirkten zunächst doch interessant.
Jedenfalls wurden wir vor Ort durch Teile der insgesamt 20 km langen und teils bis zu 20 m tiefen Katakombe geführt. Katakomben sind unterirdische Grabanlagen, und diese, nach einem christlichen Diakon benannt, ist sehr gut erhalten. In Kombination mit der Führung erhalten Besucherinnen und Besucher einen faszinierenden Einblick in das frühe 2. Jahrhundert und in den damit verbundenen frühchristlichen Umgang mit dem Tod. Abends waren wir alle gemeinsam in einem Restaurant zum Essen.
Auf dem Rückweg zum Bus suchten wir vergeblich nach Steinen der alten Via Appia Antica, fanden stattdessen Katzen – auch nicht schlecht, aber leider nicht das, wonach wir suchten. Unsere nächsten Ziele nach dem Mittagessen sollten das Pantheon und das Kolosseum sein. Auf dem Weg zum Pantheon entpuppte sich der Trevi-Brunnen als denkbar ungünstiger Ort für ein Gruppenfoto, also suchten wir unverrichteter Dinge direkt das Pantheon auf. Berühmt ist das Pantheon für seine nahezu perfekte Architektur, beispielsweise für die Betonkuppel, die über 1700 Jahre lang die größte Kuppel der Welt war und in ihrer Mitte eine kreisrunde Öffnung hat, das sogenannte Oculus (lat. = Auge). Von dort aus ging es zu einem weiteren Highlight der Reise, zum Kolosseum. Leider war es uns aufgrund der Karten nicht möglich, in die höheren Ränge zu gelangen; möge dies der nächsten Lateingruppe beschieden sein!
Den letzten Abend der Reise durften alle wieder so gestalten, wie sie es gerne mochten. Dass das auch am letzten Abend gut geklappt hat, zeigte das pünktliche Erscheinen am nächsten Tag zum Frühstück bzw. zur verabredeten Uhrzeit zum Aufbruch: Alle waren fit und blickten mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück auf die Reise. Es war eine sehr schöne, aber auch intensive Reise, und zu Hause ist es bekanntermaßen ja auch am schönsten.
Text: Lea Heidukowski / Fotos: Meryem (10a)